Songs, Sounds & Stories «Die Geburt eines Popstars der etwas anderen Sorte»

Manfred Sim Toppel für bazaar


Vor ein bisschen mehr als zwei Monaten veröffentlichte sie gerade ihr Debütalbum, Auftritte in allen namhaften Talkshows der USA folgten. Heard It In A Past Life schlug bei den Musikkritikern wie ein Bombe ein – und nicht nur dort. Die aus dem Album ausgekoppelte Single Light On holte sich Platz 1 der Billboard Charts. W O W ! Mittlerweile bespielt sie die grossen Venues rund um die Welt und schlägt Woche um Woche immer mehr Zuhörer in ihren unwiderstehlichen Bann. Nun, ihr eigenständiger Elektro-Folk-Mix machte bereits vor ihrem Durchbruch Popgrösse Pharrell Williams sprachlos: «Wow! Dafür habe ich keine Noten», sagte der Popstar und mehrfache Grammygewinner nachdem er den gerade frisch abgemischten Song Alaska von Maggie Rogers gehört hatte. «Du machst Dein ganz eigenes Ding, Du bist einzigartig. So etwas habe ich noch nie zuvor gehört», schwärmte er sichtlich bewegt über diese Neuentdeckung.

Und neben aller Melancholie, tiefsinnigen Texten und ihrer charmanten Erscheinung ist Rogers grösste Waffe Ihr inneres Glühen, das sich optisch zeigt, aber auch in ihrer Stimme und ihren eigenständigen Songs wiederspiegelt. Man spürt, und das hat sie auch in Interviews betont, DAS ist ihre Mission. Das. Muss. Rogers. Machen.

Man darf gespannt darauf sein, wie sie mit dem grossen und schnellen Erfolg umgehen wird. Aber wenn sie sich ihre Authentizität behalten kann, dann hat sie grosse Chancen, eine der ganz Grossen im heutigen Musikbiz zu werden. Und das auf lange Sicht, dafür ist ihr das Musikmachen zu bedeutend.

Dabei fing doch alles ganz anders an. Rogers wuchs in Easton, Maryland auf, spielte bereits mit sieben Jahren Harfe und stand auf die Musik von Gustav Holst und Vivaldi. Aber ihre Mutter hatte bei der Musikwahl auch ein Wörtchen mitzureden und setzte der kleinen Maggie Erykah Baduh und Lauryn Hill vor. Musikalisch so aufgekratzt, baute Primarschülerin Maggie kurzerhand Klavier, Gitarre und Songwriting in den Katalog ihrer Fähigkeiten ein. Kurze Zeit später fand sie Gefallen am Banjo und entdeckte den Folk. Ach ja, während eines Musikprogramms an der renommierten Berklee School of Music in Boston gewann sie nebenbei den Songwriting-Wettbewerb. Das animierte sie, während ihrer Highschool-Zeit (als Teenager!) sich vermehrt auf das Songwriting zu konzentrieren. In den USA geht das. Und während der College-Flegel-Zeit an dem Clive Davis Institute der New Yorker Uni entwickelte sie ihren Sound und ihre Fähigkeiten als Toningenieurin und Produzentin weiter und entdeckte während eines Studienaufenthalts in Frankreich - gut hörbar - die Welt der elektronischen Musik. Und das hatte Folgen. Für eine Masterclass mit Pharell Wiliams schrieb sie den Song Alaska, der von einem Hiking-Trip handelt. Für die Komposition brauchte sie gerade mal 15 Minuten! Zu Williams Meinung, siehe oben. Ja, so sieht die Geburt eines Popstars aus.

Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber und Bandcoach aus Zürich

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