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Songs, Sounds & Stories «Mit einem Fuss in der Realität und mit dem anderen im Universum»,»

  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Ihre Songs sind oft autobiographisch oder zumindest von ihrem reichhaltigen Leben stark beeinflusst. Ihre Stimme wirkt so verletzlich wie ein schwebender Kolibri, den man sich kaum anzufassen traut – und das auch tunlichst unterlassen sollte!



Ihre Texte sind dagegen bisweilen messerscharf, total bodenständig, lassen keinen Raum für Spekulationen. Und dann tauchen darin wiederum Metaphern auf, die den Song und seine Message nur Sekundenbruchteile später Lichtjahre ins Universum katapultieren. Gerade wenn man als ZuhörerIn meint, den Song verstanden zu haben, bringt Phoebe eine neue Ebene rein, an der man zuerst mal kauen muss. Phoebe Lucille Bridgers ist ein Phänomen. Auf einer Spotify-Liste, die die beliebtesten Künstler der Künstler auflistet, taucht die Künstlerin aus Pasadena, Kalifornien erstaunlich oft auf. Sie ist somit quasi die Inspirationsquelle von etlichen bekannten Musikerinnen und Musikern. Kein Wunder sorgte ihre Debüt-Single Killer schon 2015, als Phoebe gerade mal 21 Jahre alt war, für grosses Aufsehen. Der Sänger Ryan Adams, den sie 2014 kennen gelernt hatte, nahm sie damals unter seine Fittiche. Kurz darauf wurden die beiden ein Paar. Diese eher rauhe Beziehung, Bridgers warf Adams missbräuchliches Verhalten, wie unter anderem obsessiven Kontrollzwang vor, verarbeitete die Künstlerin in dem Lied Motion Sickness. Auf ihrem Debütalbum Stranger in The Alps veröffentlichte sie 2017 diese musikalische, knallharte Anklage mit fast schon schmerzhafter Selbstreflexion. Zwei Jahre später nahm sie kein Blatt mehr vor den Mund und veröffentlichte zusammen mit anderen Musikerinnen die Vorwürfe im Rahmen der #metoo-Bewegung.

Während der weltweiten Pandemie, im Juni 2020 kam ihr legendäres zweites Album Punisher auf den Markt. Dafür gab es 2021 bei den Grammy-Awards insgesamt vier Nominationen. Dabei blieb es aber auch. Erst 2024 kam die Belohnung für Bridgers unermüdliches Schaffen. Für Ihre Kollaboration mit der R&B-Sängerin SZA erhielten sie den Preis in der Kategorie beste Pop-Darbietung eines Duos für Ghost in The Machine.

Ausserdem erhielt sie mit ihrem Trio Boygenius, zusammen mit Julien Baker und Lucy Dacus, im gleichen Jahr gleich drei Grammys für das beste Alternative-Album, den besten Rocksong und die beste Rock-Performance. Das nennt sich dann wohl endgültiger Durchbruch. Heute gehörte Phoebe Bridgers zu den grössten Songwriterinnen und -writern in der Szene und kein Weg führt an ihr und ihrem Werk vorbei.

In diesem Sinne wünscht Ihnen Ihr Autor ein gekühltes Vergnügen mit den melancholischen und bittersüssen Songs von P. Bridgers.


Manfred Sim Toppel ist Bassist, Songschreiber & Bandcoach aus Zürich

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